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Pressemeldung zur KdL-Konferenz 2009

Prof. Michael Kapsner , Prof. Hans Jürgen Kaiser und Diözesanmusikdirektor Gregor Frede (v.l.n.r.)
Prof. Michael Kapsner, Prof. Hans Jürgen Kaiser und Diözesanmusikdirektor Gregor Frede (v.l.n.r.)
Das Exerzitienhaus „Himmelspforten“ in der schönen Bischofsstadt Würzburg erwies sich als ausgezeichneter Tagungsort für die Jahreskonferenzen von AGÄR (Arbeitsgemeinschaft der Ämter und Referate für Kirchenmusik) und der KdL (Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Ausbildungsstätten für katholische Kirchenmusik in  Deutschland).

Der Vorsitzende der KdL, Prof. Hans Jürgen Kaiser (Hochschule für Musik, Mainz und Domorganist in Fulda) wurde wie einer der Stellvertreter, Diözesanmusikdirektor Gregor Frede aus Würzburg, einstimmig für weitere 3 Jahre im Amt bestätigt. Neu im Vorstand ist der Weimarer Hochschulprofessor Michael Kapsner (Hochschule für Musik FRANZ LISZT). 

Wichtige Einscheidungen für die Zukunft der Kirchenmusikausbildung wurden ebenso getroffen, wie Initiativen ergriffen werden, um die Qualität der Ausbildung  zu sichern und zu weiter zu pflegen.

So plant die KdLin Zusammenarbeit mit dem Deutschen Musikrat und anderen für die Kirchenmusik in Deutschland relevanten Institutionen vom 14.-17. Oktober 2009 einen Kongress in Berlin mit dem Thema: „Einheit durch Vielfalt – Kirchenmusik in Deutschland“. In Fortsetzung dieses Kongresses werden in ganz Deutschland tausende weitere Konzerte Gottesdienste und andere kirchenmusikalische Veranstaltungen stattfinden. Dies wird eine gute Gelegenheit sein, auf die herausragende Bedeutung der Kirchenmusik in unserer Zeit für unsere Gesellschaft in einer bisher nie da gewesenen Intensität und Breite aufmerksam zu machen.

Der von der KdL zum 8ten Mal ausgerichtete Wettbewerb „Orgelimprovisation im Gottesdienst“ fand 2008 in Eichstätt 2008 statt. Ein hohes Niveau der liturgischen Orgelimprovisation zeichnete alle Teilnehmer aus, die ihre Fähigkeiten in verschiedenen musikalischen Formen und Stilen unter Beweis stellen konnten. Die pädagogische Komponente des Wettbewerbs, eine gebündelte Darstellung vielfältiger Improvisationstechniken im liturgischen Rahmen zu bieten, wurde durch das Angebot der Juryvertreter zu Beratungsgesprächen mit den Wettbewerbsteilnehmern ergänzt. Die Ergebnisse und Erfahrungen des Wettbewerbs werden in die Lehre einfließen.  1. Preis: Ruben Sturm, 2. Preis Nico Schmitt.
Der 9te Wettbewerb soll 2011 in Paderborn ausgerichtet werden.

Geplant ist weiterhin im Herbst 2010 in Zusammenarbeit von KdL und ev. Direktorenkonferenz gemeinsam mit der Hochschule für Musik in Düsseldorf ein erster ökumenischer Orgelimprovisationswettbewerb.

Ein wichtiger Meilenstein für die Strukturreform der Studiengänge im Bereich Kirchenmusik ist die Rahmenordnung für Bachelor und Master. Mit deren Verabschiedung existiert erstmalig ein ökumenisches Konzept für die Ausbildung aller Kirchenmusiker im professionellten Bereich, welches für die Hochschulen eine Richtlinie für die Umstellungs- und Akkreditierungsverfahren im Rahmen des Bologna-Prozesses eine Hilfestellung sein wird, und den kirchlichen Anstellungsträgern einen klaren Einblick über die aktuellen inhaltlichen Anforderungen innerhalb des Kirchenmusikstudiums an Hochschulen ermöglicht.

Noch im ersten Halbjahr  2009 wird ebenfalls erstmal ein ökumenisch konzipiertes Unterrichtswerk in 4 Bänden mit dem Titel „Basiswissen Kirchenmusik“ im Carusverlag im Auftrag der KdL und der Direktorenkonferenz erscheinen. Zu sämtlichen für die Ausbildung relevanten Bereichen der  Kirchenmusik finden sich hier differenzierte und vielfältig vierfarbig illustrierte Artikel. 

Am Beginn der Tagung stand ein derzeit aufblühendes und enorm sich weiterentwickelndes Feld: die Kinder- und Jugendchorleitung wurde durch Referate der drei in diesem Bereich führenden Professoren  repräsentativ vorgestellt: Werner Schepp (Essen), Robert Göstl (Köln), und Martin Berger (Düsseldorf).

Letzterer  demonstrierte in seiner Funktion als Domkapellmeister in Würzburg in dem wenige Stunden später stattfindenden Abendlob im Würzburger Kiliansdom in höchst beeindruckender Weise das in seinem Vortrag theoretisch Dargelegte durch exzellente Chorarbeit. Neben dem außergewöhnlichen vokalen Niveau der Domsingknaben bestach vor allem auch die Konzentrationsfähigkeit der Knaben und jungen Männer am Abend eines langen Arbeitstages. 

Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, der dem Abendlob als Zelebrant vorstand,  dankte den Konferenzteilnehmern für deren unermüdlichen Einsatz auf dem Gebiet der Kirchenmusik. Er erläuterte dabei auch sein Verständnis der Verschmelzung von Theologie, Musik und Architektur in der Verkündigung des Wortes Gottes.
In bestechender Weise wirkten auch Domorganist Prof. Stefan Schmidt und Domkantorin Judith Schnell bei der Gestaltung dieser Abendmusik, besonders mit einer beeindruckenden Improvisation (Gesang und Orgel) über Psalm 144. 
 
Die KdL hob die Leistungen der Diözesen und der Berufsfachschulen zur Aus- und Weiterbildung der nebenamtlichen Kirchenmusiker hervor. Steigende Teilnehmerzahlen einer kirchenmusikalischen Ausbildung unterhalb von C und eine wachsende Spezialisierung der nicht professionell wirkenden Musiker/innen habe die KdL veranlasst, die Qualifikation zum Chorleiter/in C oder Organist C in den Regelausbildungsgang aufzunehmen.
Weitere Informationen finden sich unter www.kirchenmusik-studium.de

Im Januar 2009 wird Augsburg der nächste Tagungsort sein.

6.2.09
Frede/Kaiser/Kapsner