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Hans Lonnendonker in memoriam

Hans Lonnendonker
Er entstammte einer rheinischen katholischen Kirchenmusikerfamilie, in der es als selbstverständliche Aufgabe galt, Gottesdienste mit Musik zu gestalten und für die Teilnehmer ansprechend und zum Erlebnis werden zu lassen. 1920 in der Nähe von Aachen geboren, erhielt er den ersten Musikunterricht bei seinem Vater, der Organist, Chorleiter und Musiklehrer war. 1927 übersiedelte die Familie nach Düsseldorf-Holthausen, was ihm Gelegenheit bot, bereits mit beginnender Gymnasialzeit das Konservatorium zu besuchen und sich darauf vorzubereiten, in die Fußstapfen des Vaters zu treten und den Lebensplan zu entwickeln, später den Beruf eines katholischen Kirchenmusiker zu ergreifen. Der Umzug nach Düsseldorf-Benrath, brachte auch einen Wechsel im Konservatorium: Buths-Neitzel-Konservatorium und ab 1932 Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf. Nach dem Abitur 1939 folgte nach den Zeitumständen Pflichtarbeitsdienst ( in Hirstein bei St. Wendel). Für das Studium 1939/40 an der Pädagogischen Hochschule Dortmund blieb nur kurze Zeit - bis zum Einzug zum Kriegsdienst mit folgender
Gefangenschaft. Nach Wiederaufnahme des Studiums konnte er 1948 das Staatsexamen für das Lehramt Musik an Höheren Schulen ablegen. Nach Kontakt mit der Universität Saarbrücken, wählte er diese Stadt für sein professionelles Wirken. In Saarbrücken, wo 1947 ein Konservatorium für die Ausbildungsgänge Musikerzieher, Opernsänger und Orchestermusiker gegründet worden war, holte man Hans Lonnendonker ins Lehrerkollegium ; seine Fächer waren anfangs Gehörbildung, Harmonielehre, Kontrapunkt, Formenlehre, Partiturspiel und Dirigieren. 1949 nahm er zudem eine Tätigkeit als Chorleiter an der Christ-König-Kirche in Saarbrücken an, wirkte dort 31 Jahre lang neben dem Organisten Paul Schneider. Zu seinen Lieblingskomponisten zählten, Bruckner, Kodaly, Beethoven, Mozart, Schubert, Liszt, Dvoràk. Die Praxis vor Ort in der Musica Sacra blieb ihm neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer immer Herzenssache. In der aus dem Konservatorium allmählich zur Hochschule für Musik Saar sich aufbauenden Institution wurde 1951 in einem Festakt der Studienbereich Kirchenmusik eröffnet und Hans Lonnendonker als Institutsleiter anvertraut.
Da kamen für ihn weitere Fächer hinzu wie Orgelkunde, Kirchenmusikgeschichte, Deutscher Liturgiegesang (nach dem II. Vaticanum), auch Unterweisung in Fachmethodik und Lehrversuche in Orgel und Musiktheorie. 1974 bis 1979 hatte er in der Hochschule für Musik Saar, zu deren Ausbau er selbst viel beitrug, die Funktion des Prorektors.

Lonnendonker hat sich mit viel Energie engagiert in der Vertretung des Berufsstandes der Kirchenmusiker und im Allgemeinen Cäcilien-Verband für die Länder der deutschen Sprache; er wurde für eine Amtszeit auch zum Generalpräses gewählt. Durch Kontakte zur Gesellschaft für Musikforschung erfolgte über Karl Gustav Fellerer an ihn die Aufforderung, auch die katholischen Kirchenmusiker mögen sich organisieren. Er gründete 1967 die „Konferenz der Leiter katholischer kirchenmusikalischer Ausbildungsstätten Deutschlands“
( und blieb deren Vorsitzender bis 1981) mit dem erklärten Ziel, die Studiengänge der über die Bundesrepublik Deutschland verteilten Ausbildungsstätten einander anzugleichen und damit für die anstellenden Diözesen vergleichbar zu machen. Dies war eine für die
katholische Kirchenmusik in Deutschland geschichtlich wichtige Station. Sie lässt denken an die mühlevolle jüngst vollzogene Aktion der Einrichtung der Bachelor- und Master-Studiengänge. Seinem tatkräftigen Einsatz ist es zu verdanken, dass kirchenmusikalische Muster-Prüfungsordnungen entstanden für die Stufen A, B, (für hauptberufliche) und C ( für nebenberufliche Tätigkeit), die den einzelnen Diözesen und den Ausbildungsstätten als Muster dienten und von der Deutschen Bischofskonferenz ( 1969/70) anerkannt und empfohlen wurden. Damit hat sich Lonnendonker bleibende Verdienste erworben für die Standwerdung des Berufs „Katholischer Kirchenmusiker“.

Geprägt von der eigenen Lehrerfahrung, hat er sehr intensiven Anteil genommen an der Entstehung des Buches „Musik im Gottesdienst“ (hrsg. von H. Musch, Regensburg 1 1975, 2 1983, 3 1986, 4 1993).

Die Kontakte zu „seiner“ Hochschule, aus der er 1984 in den Ruhestand verabschiedet wurde, hat er weiterhin sehr gepflegt.
Am 30. August 2007 ist Prof. Hans Lonnendonker im Herrn verschieden. Requiescat in pace.

Hans Musch